Warum ich die Welt retten werde…

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Ja ihr habt richtig gehört, ich werde die Welt retten. Wie ich das mache weiß ich noch nicht so genau. Dass ich es schaffe, ist gewiss. Heute will ich mich aber mit der Frage beschäftigen: WARUM?

„Das hat doch sicher wieder was mit Software zu tun.“ könnte sich jetzt der eine oder andere Leser denken. Ja, natürlich hat es mit Software zu tun, und mit Hardware, mit dem Umgang zwischen Menschen und mit dem Kochen. „Jetzt ist er komplett verrückt geworden, dieser Linzbauer.“ Verrückt bin ich nicht, aber ein aufmerksamer Beobachter. Also stelle ich dir nun die Frage:

"Was hat nun Kochen mit Software zu tun?"

Sehr viel mehr, als man vielleicht zu Anfang denkt. Stell dir vor, du gehst allein durch die Wüste, und hast seit 3 Tagen nichts mehr gegessen. Egal was du vorher gerne gegessen hast, zu diesem Zeitpunkt würde auch Hundefutter schmecken. Wenn man richtig Hunger hat dann hilft nur Essen, ob dieses Essen nun köstlich oder gesund ist, ist zweitrangig. Genauso verhält es sich mit Software. Nehmen wir an: Ich möchte meiner Tante zum Geburtstag gratulieren. Eine hübsche Glückwunschkarte mit einem netten Foto, einer gebogenen Schrift und noch einem stilisierten Herz. In dem Moment, indem ich die Karte gestalten möchte, ist es mir vollkommen egal welches Programm ich benutze. Egal ob Microsoft Publisher, LibreOffice Draw, CorelDraw, Adobe Photoshop oder irgendein anders Grafikprogramm.

Und genauso wie beim Essen, kommt die Rechnung am Schluss. Ernähre ich mich gesund? Dann werde ich wahrscheinlich lange daran Freude haben. Esse ich nur Schokolade, dann werde ich früher oder später Probleme bekommen. Spätestens wenn es die Firma Milka nicht mehr gibt, oder eine Tafel Milka-Schokolade plötzlich 1.000 € statt 1 € kostet. Nein so etwas wird nicht passieren. In der Software-Welt passiert es ständig, eine Firma wird von einer anderen geschluckt. Das Programm verschwindet vom Markt, oder wird unverschämt teuer.

Eine Tafel Milka-Schokolade kostet plötzlich 1.000 €

Kommen wir zurück zu unserer Glückwunschkarte, ich habe eine gemacht – ca 1998. Das ist nun lange her, 18 Jahre. In der Zeit tut sich einiges am Markt, damals benutzte ich Microsoft Office Publisher. Publisher ein zugegeben sehr gutes Programm, schreibt einen *.pub Datei. Zu öffnen nur mit dem Publisher oder Adobe Indesign. Die aktuelle Version des Publishers kostest knapp 150 €, Indesign gibts schon um 10 € pro Monat – ja 10 € jedes Monat. Nur um eine Glückwunschkarte aus dem Jahre 1998 zu öffnen, möchte ich ehrlich gesagt dieses Geld nicht ausgeben. Hätte ich 1998 auf das damals erschienene OpenSource-Programm gimp gesetzt, so könnte ich mir alle Glückwunschkarten, Poster und Visitenkarten auch heute noch ansehen.

Das war nun einen nette Geschichte aus meiner Vergangenheit, wie sieht es bei dir aus? Was hast du 1998 gestaltet? Gibt es die Dateien noch? Vielleicht auf irgendeiner alten Festplatte, oder sogar noch auf einer Diskette. Kann man sie noch öffnen? Oder geht es dir genau wie mir, mit meiner Glückwunschkarte. Gibt es den Programm-Hersteller nicht mehr, oder ist dir das Programm zu teuer?

Mit der Vergangenheit abschließen?

Was kann ich jetzt machen? Ich kann mit meiner Vergangenheit abschließen, mich freuen dass ich ohne Vorurteile (alte Dateien) neue Daten schaffen darf. Doch es gibt fast immer einen Weg die alten Dateien zu retten, habt ihr so einen Fall dann kontaktiert mich einfach. Hier soll es aber nun um die Zukunft gehen. Was passiert in 18 Jahren? Werde ich in 18 Jahren diesen Blog-Eintrag noch lesen können?

Ja das werde ich! Warum? Weil ich alle meine Daten regelmäßig sichere. Anleitung zum Sichern auf edv-linzbauer.at. Weil meine Daten auch regelmäßig auf neue Computer umziehen, daher immer mit mir mitwachsen. Und vor allem, weil ich nur mehr offene Dateiformate zur Speicherung verwende. wikipedia sagt:

Ein offenes Format ist eine publizierte Spezifikation zum Speichern digitaler Daten, welche ohne rechtliche oder technische Einschränkungen genutzt werden kann.

Kein Firma hat ein Patent auf diese Formate, somit kann auch keine Firma aus irgendwelchen Gründen vom Markt verschwinden. Meine Dateien werde ich also solange ich sie besitze auch öffnen können.

Ich stehe oft alleine da

Ich stehe oft alleine da, wenn ich sage: „Benutzt bitte freie Software, in 10 Jahren könnt ihr die Dateien noch öffnen“ – Oft erhalte ich als Antwort: „Wer weiß ob wir in 10 Jahren die Dateien noch haben.“ – Die einzig richtige Antwort kann nur sein: „Ja haben wir!!!“

Warum setze ich ich mich nun so für offene Formate ein? Ich will die Welt retten damit ich in 40 Jahren noch meine von mir kreierten Dateien öffnen kann. Egal ob es sich um einen Brief, ein E-Mail, ein Bild oder eine Tabellenkalkulation handelt.

Nun könnte ich ganz einfach für mich das richtige tun, und die Welt Welt sein lassen. Niemanden davor bewahren aufs falsche Pferd zu setzen. Doch das kann ich nicht. Immer wenn ich etwas sehe, das mir nicht gefällt, so will ich es ändern. Meine Zukunft will ich selbst bestimmen, und mit jedem Gespräch, das ich führe, ändere ich die Gesellschaft, in der ich lebe.

mit jedem Gespräch ändere ich Welt, in der ich lebe.

Ich habe fast jeden Tag ein Ubuntu-T-Shirt an, die meisten wissen gar nicht was Ubuntu ist. Aber es ist wie bei jeder Marke, dass ständige Sehen bringt einen näher zum Produkt, auch wenn man es noch gar nicht kennt. Und ja, ich spreche oft und ausgiebig über die Vorteile von freier Software. Mit jeden Rechner den ich aufsetze, mit jedem freien Programm das ich installiere, verändere ich ein Stück unsere Welt. Manchmal frage ich mich selbst, „Ist das wirklich nötig? Muss ich wirklich, wie ein Prophet, ewig von der einzig wahren Software sprechen?“ Ja, das muss ich. Jedes Mal wenn mir wieder ein Kunde eine Datei bringt, die er nicht mehr öffnen kann, wird mir klar, wie wichtig es ist, auf seine Daten zu achten.

Hast du meinen Blog bis hierher verfolgt? Ich bin stolz auf dich! Jetzt bleibt mir nurmehr ein paar Ubuntu-Shirts zu verlinken und mich zu freuen, dass es jeden Tag mehr Leute schaffen, auf offene Software umzusteigen.
Hier eines meiner Lieblingsshirts (Amazon)

Peter Linzbauer
Peter Linzbauer arbeitete viele Jahre als Trainer für das Institut 2F Informatik. Seit 2014 hat er ein großes Aufgabenfeld bei der Firma Archäologischer Dienst GesmbH erhalten. Ganz nebenbei fotografiert er für den Fotodienst ipocks.net.
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