Brauche ich einen neuen Computer?

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Welcher Computer ist der richtige? Ein paar Gedanken zum Thema Neuanschaffung. Ich gehe in diesem Artikel auf den klassischen Fall ein, wenn der eigene PC zu langsam ist oder man sich einen neuen wünscht. Natürlich technisch so einfach wie möglich und mit einer klaren Empfehlung am Schluss.

Hilfe ich brauche einen neuen Computer!

Der Kunde kommt zu mir und sagt: „Ich brauche einen neuen Computer!“ – Früher habe ich meistens mit der Gegenfrage geantwortet: „Was soll denn der neue Rechner können?“ – Nach jahrelanger Erfahrung in solchen Fällen, ist meine Standardantwort nun: „Warum ist denn der alte kaputt?“

"Warum ist denn der alte kaputt?"

Zurück kommt meistens lapidar: „Der ist einfach langsam, und jetzt gibt es doch schon das neue Windows.“ Ja es gibt immer ein neues Windows, mit dem Updatemodell seit Win10 sieht es jetzt zwar ein wenig anders aus, aber es bleibt das gleiche Spiel, alte Computer sind langsam. Ich mag auch alte Computer, meist werden diese aber unterschätzt. Versteht mich nicht falsch, irgendwann kommt für jeden PC der Zeitpunkt. Dann möchte man nicht mehr damit arbeiten, weil er einfach zu langsam ist. Mit ein paar kleinen Tricks kann man die meisten Geräte aber wieder auf Vordermann bringen.

Das langsamste Teil bestimmt die Geschwindigkeit des gesamten Systems!

Die Basisinformation eines Windowsrechners erhält man mit „Windowstaste + Pausetaste“

Systeminformation
Windowstaste + Pause

Sieht eigentlich nicht schlecht aus, die Hardware hätte genug Leistung. Dann schauen wir uns noch den Taskmanager an. Rechte Maustaste auf die Tastkleiste und Taskmanager auswählen.

Taskmanager VISTA
Taskmanager mit hoher Auslastung

In diesem Fall eine Katastrophe! Es sind keine Programme offen, doch die Prozessorauslastung ist schon sehr hoch, der Arbeitsspeicher ist auch fast ausgelastet. Sieht der Taskmanger so aus, dann sollte man etwas ändern. Zunächst ein wenig zu den Grundlagen. Beim System Computer gilt: das langsamste Teil bestimmt die Geschwindigkeit des gesamten Systems. Es gibt da viele Komponenten, ich werde hier nur auf die eingehen, bei denen sich ein Tausch auszahlt. Wenn ihr den genauen Aufbau kennenlernen wollt schaut euch diesen Artikel an: de.wikipedia.org Aufbau – PC.

Für die meisten Anwender sind es 3 Komponente auf die es ankommt. Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte.

Der Prozessor ist das Herzstück, hier wird die eigentlich Rechenarbeit geleistet. Spielt man ein Video ab, dann wird dieser Teil am stärksten belastet. Auch der Arbeitsspeicher ist wichtig. Gerade wenn dieser zu klein ist, muss das System ständig Daten rein- und wieder raus laden. Dieser Vorgang wirkt sich wieder negativ auf den Prozessor aus, der muss dann mehr arbeiten. Und das dritte wichtige Ding ist die Festplatte. Auf ihr werden die Daten gespeichert. Gerade bei der Festplatte kann man einiges an Geschwindigkeit raus holen.

Warum wird der PC durch eine SSD so viel schneller?

Bei einer Festplatte bewegen sich im Inneren Scheiben. Man kann es sich wie einen Plattenspieler vorstellen. wikipedia – Festplatte Bei einer SSD (Solid-State-Disk) ist das anders. Sie funktioniert wie ein USB-Stick, keine beweglichen Teile. Sie wird auch durch Vibrationen nicht gestört. Man kann also damit spazieren gehen, während der Zugfahrt oder im Autobus ohne schlechten Gewissen am Rechner arbeiten.

Natürlich gibt es wie überall in der Computerwelt eine riesen Auswahl. Ich empfehle die Modelle der Firma Samsung, diese benutze ich selbst seit Jahren. Für die meisten Benutzer werden 250 GB reichen (2016-07 ca 70 €). Sollte man wirklich mehr brauchen, so bietet Samsung natürlich auch alles bis 4 TB (2016-07 ca 1600 €, 2017-02 ca 1300 €) an.

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Also nochmal, Taskmanager öffnen und nachschauen wo das Problem liegt.

Sitzt man nun vor dem alten Computer, sollte man rausfinden, warum er langsam ist. Also Motorhaube (Taskmanager) auf, und schauen wo das Problem liegt. Bei Windows: Rechte Maustaste auf die Taskleiste und den „Taskmanager“ öffnen. Bei Linux: Startknopf und „Systemüberwachung“ eingeben, öffnen, oben auf „Ressourcen“ klicken.

Taskmanager Win10

Abgebildet ist ein Taskmanager von Windows 10. Und genau so sollte ein System aussehen! CPU 1% gibt die Prozessorauslastung an, sollte sich diese im Leerlauf über 10 % bewegen, dann hat man ein Problem. Der Arbeitsspeicher sollte maximal zur Hälfte gefüllt sein. Und die Festplatte hat 0%, da zur Zeit auf dem System nichts verändert wird.

Gehen wir nun mal vom Standardfall aus, also von den Fällen, die ich jeden Tag sehe. Ein Laptop, ca 5 bis 7 Jahre alt, so genau weiß man das nicht mehr. Er ist langsam, hat Windows Vista (!!Support endet im April 2017!!) drauf. Intel 2-Kern-Prozessor, 2 GB Arbeitsspeicher eine 160GB Festplatte. Nun ja, mit dem Computer kann man keine Bäume mehr ausreißen. Muss man aber auch nicht! Wenn der Rechner nicht gerade zum Videoschneiden benutzt werden soll, kann man ihn durchaus noch herrichten. Sollte man aber unbedingt einen Neuen wollen, dann gibt es ganz unten noch ein paar Tipps. Nun kommen wir zu einer grundlegenden Entscheidung:

Für 99% der Anwender gibt es das richtige OpenSource-Programm

Was darf es sein? Muss es unbedingt wieder Windows sein? Für 99% der Anwender gibt es das richtige OpenSource-Programm. Damit ist es nicht nur kostenlos, sondern auch frei. Warum freie Software wichtig ist – auf edv-linzbauer.at Oder darf es Linux sein? Konkret Ubuntu. Was kostet das? Tja Windows kostet ca 100 € + neuen Laptop ca 600 €, Microsoft Office Home and Business circa 220 € (Amazon), Arbeitszeit System und Drucker einrichten 60 €.

In den alten, bewährten Rechner würde ich noch eine 250 GB SSD ca 100€ einbauen, Ubuntu ist kostenfrei, Den alten Rechner neu installieren, den Drucker und das System einrichten kommt in etwa auf 120 €. Ich gehe mal davon aus, das ich zum Kunden fahre, und das neue Gerät einrichte, Preise hier.

Rechnen wir zusammen, Windows 980 €Ubuntu 220 €. Man darf nicht vergessen, man erhält bei Windows einen neuen Rechner, man darf auch nicht vergessen, man begibt sich in die Abhängigkeit eines Großkonzerns. Die 120 € betreffen auch nur meine Arbeitszeit. Die Software ist vollkommen kostenlos, aber nicht umsonst. Jeder kann das System selbst installieren, sind sie technisch nicht so versiert, na dann rufen Sie einfach mich an! http://www.edv-linzbauer.at/rueckrufkontakt/

So, nun habe ich Ubuntu auf dem alten VISTA-Rechner installiert, schauen wir uns doch nochmal den Taskmanager (unter Ubuntu die Systemüberwachung) an:

Ubuntu mit geringer Speicherauslastung
Ubuntu, geringe Speicherauslastung

So muss das aussehen, die Prozessorauslastung liegt unter 10 %, der Arbeitsspeicher ist zu knapp zu 2/3 frei. Über eine neue SSD könnte man nachdenken, auf jeden Fall hat man wieder einen Computer mit dem man arbeiten kann!

Neue Computer kauft man beim kleinen Computerhändler ums Eck!

Aber ich kenne das Gefühl, es nagt an einem. Man will einfach einen neuen Rechner. Wo kauft man den am besten? Beim kleinen Computerhändler ums Eck! Suchen Sie sich ein Fachgeschäft! An dieser Stelle darf ich einige lokale Empfehlungen abgeben:

Dort finden sie Mitarbeiter die wirklich kompetent sind! Sollten Sie kein Fachgeschäft in der Nähe haben, dann geht es natürlich auch übers Internet. amazon.de ist oft schon erster Anlaufpunkt. Ich möchte aber noch einen shop empfehlen, den Linux Onlineshop. Hier kann man sich seinen Computer oder Laptop nach Herzenslust zusammenstellen. Windows kann man dazukaufen, wenn man es braucht. Nimmt man es nicht muss man es auch nicht bezahlen. Bei vielen anderen Geschäften bezahlt man Windows versteckt mit dem Computerpreis.

Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden, die Hauptsache ist, es funktioniert. Tut es das einmal nicht, dann rufen Sie einfach die Profis an.

 

Peter Linzbauer
Peter Linzbauer arbeitete viele Jahre als Trainer für das Institut 2F Informatik. Seit 2014 hat er ein großes Aufgabenfeld bei der Firma Archäologischer Dienst GesmbH erhalten. Ganz nebenbei fotografiert er für den Fotodienst ipocks.net.
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